Delegation der Global Society in Kenia
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Nairobi und Kisumu, Kenia | August 2026
Vom 9. bis 17. August 2026 absolvierte eine Delegation führender Persönlichkeiten der globalen Zivilgesellschaft eine Reihe von Treffen, Dialogveranstaltungen und Begegnungen mit Gemeinschaften in Kenia. Ziel war es, die nächste Phase der regionalen Zusammenarbeit voranzubringen und zu untersuchen, wie die sich entwickelnden Strukturen der Global Society in lokale Kontexte übertragen werden können.
Der Besuch knüpfte an ein Treffen an, das im Januar 2026 in Tarifa, Spanien, stattgefunden hatte. Dort arbeiteten führende Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft aus verschiedenen Regionen daran, gemeinsame Grundlagen für die Zusammenarbeit innerhalb einer zunehmend vernetzten, zugleich jedoch fragmentierten globalen Zivilgesellschaft zu stärken. Der Besuch in Kenia bot die Gelegenheit, diese Arbeit in einem afrikanischen Kontext durch Dialog, den Aufbau von Beziehungen und den direkten Austausch mit lokalen Gemeinschaften fortzusetzen.
Zielsetzung und Kontext
Die Aktivitäten in Kenia fanden vor dem Hintergrund der zunehmenden Erkenntnis statt, dass globale Zusammenarbeit immer stärker von belastbaren Beziehungen zwischen Menschen und Initiativen abhängt, die in unterschiedlichen Regionen und lokalen Kontexten tätig sind. Die Delegation betrachtete den Besuch daher nicht ausschließlich als formelles institutionelles Programm, sondern suchte den Austausch mit einem breiten Spektrum von Akteurinnen und Akteuren innerhalb der kenianischen Gesellschaft.
Führungspersönlichkeiten der Zivilgesellschaft, Frauen, junge Menschen, Lehrkräfte und Gemeinschaftsinitiativen waren Teil des Programms. Dies ermöglichte es der Delegation zu untersuchen, wie globale Perspektiven mit bestehenden lokalen Bemühungen verbunden werden können. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Schaffung von Räumen für einen kontinuierlichen Dialog und eine dauerhafte Zusammenarbeit sowie auf dem unmittelbaren Kennenlernen von Initiativen, die bereits zu Führung, Bildung und Gemeinschaftsentwicklung in Kenia beitragen.
Dialog mit der afrikanischen Zivilgesellschaft
Ein zentraler Bestandteil des Besuchs war der erste Africa Global Society Dialogue, der von der US–Kenya Alumni Association in den American Spaces Nairobi ausgerichtet wurde. Der Dialog brachte Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft sowie weitere Interessengruppen zusammen, um sich mit den veränderten Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen, unter denen die afrikanische Zivilgesellschaft tätig ist, und Möglichkeiten für eine stärkere regionale und globale Zusammenarbeit zu erkunden.
Die Veranstaltung bot eine Plattform, über die afrikanische Perspektiven unmittelbar in die breitere globale Diskussion einfließen konnten. In den Gesprächen ging es um die Bedeutung von Vertrauen, Zusammenarbeit, Führung und Wissensaustausch. Gleichzeitig wurde anerkannt, dass Ansätze für globale Zusammenarbeit auf die Realitäten der jeweiligen Regionen und Gemeinschaften abgestimmt bleiben müssen.
Der Dialog stellte einen wichtigen Schritt zur Fortführung der in Tarifa begonnenen Arbeit dar, indem weitere Führungspersönlichkeiten einbezogen und Möglichkeiten untersucht wurden, wie gemeinsame Grundsätze innerhalb regionaler Kontexte konkrete Gestalt annehmen können.
Gründung von Global Society Hubs in Kenia
Eines der konkreten Ergebnisse des Besuchs war die Gründung von zwei Global Society Hubs in Kenia: eines in Nairobi und eines in Kisumu. Der Nairobi Hub bietet eine Plattform für den kontinuierlichen Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft, jungen Menschen, Fachkräften und weiteren Interessengruppen, die lokale Gemeinschaften weltweit miteinander verbinden möchten.
Der Kisumu Hub weitet dieses Engagement über die Hauptstadt hinaus aus und schafft einen lokal verankerten Raum für Dialog, Vernetzung, Wissensaustausch und Zusammenarbeit. Die Gründung der beiden Hubs spiegelt einen Ansatz wider, bei dem sich globale Zusammenarbeit durch lokal vernetzte Gemeinschaften und nicht durch eine einzige zentrale Struktur entwickelt.
Die Hubs sollen Menschen, die in unterschiedlichen Bereichen und Kontexten tätig sind, die Möglichkeit geben, sich auf der Grundlage gemeinsamer Interessen miteinander zu vernetzen und praktische Formen der Zusammenarbeit zu erkunden.
Engagement in den Gemeinschaften und Jugendperspektive
Das Programm der Delegation umfasste außerdem den direkten Austausch mit lokalen Gemeinschaften und jungen Menschen. In Nairobi besuchte die Delegation Ann’s Maths Club, eine Initiative, die junge Menschen beim Mathematiklernen und in den MINT-Fächern unterstützt. Der Besuch bot die Gelegenheit, direkt mit jungen Lernenden und den Menschen, die ihre Entwicklung begleiten, in Kontakt zu treten. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung von Initiativen an der Basis für die Schaffung von Chancen für die nächste Generation.
Die Begegnung bekräftigte auch die Rolle junger Menschen innerhalb der umfassenderen Diskussion der Global Society. Da junge Delegationsmitglieder ihre Perspektive in die Arbeit der Delegation einbrachten, schuf der Besuch Raum für einen generationenübergreifenden Austausch und für Überlegungen darüber, wie junge Menschen an der Gestaltung der Zukunft globaler Zusammenarbeit mitwirken können.
Start der Power of Girls Clubs in Kenia
Der Besuch in Kenia markierte zudem den offiziellen Start der Power of Girls Clubs in Kenia, einer Initiative von Power of Women. Der in Kisumu eröffnete Club ist eine gemeinschaftsbasierte Initiative, die sich auf die Führungsqualitäten und die persönliche Entwicklung von Mädchen konzentriert.
Der Austausch der Delegation mit Mädchen und lokalen Bildungsakteurinnen und -akteuren bot die Gelegenheit zu erleben, wie die Entwicklung von Führungskompetenzen auf Gemeinschaftsebene beginnen und wie lokal organisierte Initiativen zu umfassenderen gesellschaftlichen Veränderungen beitragen können.
Die Eröffnung bedeutet zugleich eine Ausweitung der Bewegung Power of Girls Clubs nach Kenia und schafft eine neue Plattform, über die sich Mädchen an Führungsarbeit, Bildung und gemeinschaftlichem Engagement beteiligen können.
Frauen und Führung in den Gemeinschaften
In Kisumu wurde die Delegation außerdem bei einer Nyanza Women’s Conference willkommen geheißen. Die Veranstaltung richtete die Aufmerksamkeit auf die Rolle von Frauen in Führungspositionen und bei der Transformation von Gemeinschaften. Zugleich bot sie eine Gelegenheit zum Austausch zwischen weiblichen Führungspersönlichkeiten an der Basis und ihren internationalen Partnerinnen.
Für die Delegation stellte die Konferenz ein weiteres Beispiel dafür dar, wie umfassendere globale Diskussionen mit bereits bestehenden Formen der Führung und zivilgesellschaftlichen Beteiligung innerhalb lokaler Gemeinschaften zusammenwirken.
Ausblick
Der Besuch in Kenia markiert eine weitere Etappe in der kontinuierlichen Entwicklung des gemeinsamen grenzüberschreitenden Engagements der Zivilgesellschaft. Die Gründung lokaler Hubs, die Aufnahme des Dialogs mit führenden Persönlichkeiten der afrikanischen Zivilgesellschaft sowie die Einbindung von Frauen und jungen Menschen schaffen eine Grundlage für weiteren Austausch und zukünftige Zusammenarbeit.
Die nächste Phase wird davon abhängen, ob sich diese neu entstehenden Plattformen und Beziehungen in ihren jeweiligen Kontexten organisch entwickeln können und gleichzeitig mit einer umfassenderen globalen Diskussion verbunden bleiben.
Für die Delegation bot die Erfahrung in Kenia die Gelegenheit, lokale Erfahrungen auszutauschen und besser zu verstehen, wie globale Zusammenarbeit durch afrikanische Führung und Engagement auf Gemeinschaftsebene gestärkt werden kann. Der Besuch setzt somit den in Tarifa begonnenen Prozess fort: von einem gemeinsamen globalen Verständnis hin zu praktischem regionalem Engagement und von regionalem Engagement hin zu stärkeren Verbindungen zwischen Menschen und Initiativen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.



