Hamburger Waldpädagogikprojekt verbindet junge Menschen über Kontinente hinweg


Ein Waldpädagogikprojekt in Hamburg verknüpft die Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern in heimischen Wäldern mit den Perspektiven junger Menschen aus Brasilien, Kamerun und Indonesien. Wälder ohne Grenzen verbindet Lernen im Freien, Filmarbeit und Workshops. Nach Angaben der Waldschutzorganisation SDW Hamburg, die das Projekt durchführt, ist das Programm nach seiner Pilotphase in eine neue Phase eingetreten.
Der Ansatz verlagert Umweltbildung in den Wald, den die Schülerinnen und Schüler unmittelbar erkunden können. Filme und Unterrichtsmaterialien aus den Partnerländern erweitern zugleich den Austausch über Hamburg hinaus. Die Teilnehmenden halten ihre eigenen Walderfahrungen in Bildern fest und teilen sie mit anderen jungen Menschen.
Von der Pilotphase zum gemeinsamen Filmaustausch
Die Pilotphase 2025 war für 50 Hamburger Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren vorgesehen. Sechs Module vermittelten Wissen über heimische Wälder und Perspektiven aus den Partnerregionen. Die Zahl bezeichnete die geplante Gruppengröße, keine bestätigte abschließende Teilnahmezahl. Naturmaterialien, Samen und handgefertigte Gegenstände kamen ebenso zum Einsatz wie die gemeinsame Erarbeitung eines Jugendfilms.
In einem am 26. Januar 2026 veröffentlichten Bericht teilte SDW Hamburg mit, dass die Abschlussveranstaltung der Pilotphase am 16. Januar 2026 im Wälderhaus stattgefunden hatte. Die Hamburger Teilnehmenden zeigten ihre im Volksdorfer Wald und im Niendorfer Gehege gedrehten Filme und sahen sich Beiträge ihrer Partner aus Kamerun, Brasilien und Indonesien an.
Der Bericht des Veranstalters beschreibt, wie junge Menschen ihre Beziehung zum Wald in selbst produzierten Filmen darstellten. Besuche in heimischen Wäldern lieferten die Kulisse für die Hamburger Beiträge, während die internationalen Filme andere Erfahrungen mit Wäldern und deren Schutz vermittelten. Die Filme sind konkrete Projektergebnisse. Für sich genommen zeigen sie jedoch nicht, in welchem Umfang sich das Umweltwissen oder das Verhalten der Teilnehmenden nach Abschluss der Aktivitäten verändert hat.
Lernen mit Materialien und durch Austausch
Zu den praktischen Aktivitäten gehört das Papierschöpfen im Wälderhaus. Dabei verwenden die Schülerinnen und Schüler getrocknete Wasserhyazinthen als Alternative zum Rohstoff Holz. SDW Hamburg bezeichnet das so hergestellte Papier als nachhaltig. Die Projektseite enthält allerdings keine vergleichende Umweltbewertung, die diese Beschreibung belegt.
Im Ablauf der Pilotphase waren diese Workshops nach einführenden Unterrichtseinheiten und einem Waldbesuch vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten zunächst Übungen mit Naturmaterialien und ein Konzept für ihr Video. Anschließend drehten sie im Wald und präsentierten ihre Arbeiten bei der Abschlussveranstaltung.
Die internationalen Verbindungen bauen auf der von SDW Hamburg initiierten International Sustainability Academy (ISA) auf. In ihrer Selbstdarstellung beschreibt die Akademie ein neunmonatiges Stipendienprogramm, das Menschen aus dem Globalen Süden, die im Bereich Nachhaltigkeit tätig sind, bei der Entwicklung von Projekten unterstützte. Sie dokumentiert eine öffentliche Förderung von 2019 bis 2024 und nennt das Alumni-Netzwerk, Online-Workshops und ehrenamtliche Aktivitäten als Wege, die Verbindungen nach dem Ende dieser Förderung aufrechtzuerhalten.
Diese Unterscheidung verdeutlicht die Beziehung der Akademie zum Waldprojekt. Der fortdauernde Beitrag erfolgt über ehemalige Teilnehmende und deren Netzwerke; das frühere Aufenthaltsprogramm und die heutigen Alumni-Aktivitäten sind voneinander zu unterscheiden. Bei Wälder ohne Grenzen stellen Alumni Waldvideos und Unterrichtsmaterialien aus ihren Regionen bereit und verbinden so ihre Umweltarbeit mit dem Lernen in Hamburger Klassenzimmern.
Erweiterung und Bildungsziele
Am 19. Mai 2026 kündigte SDW Hamburg nach der Pilotphase mit zwei Hamburger Schulen eine erweiterte Projektphase an. Die Mitteilung beschrieb neue Exkursionen zur biologischen Vielfalt, Vogelbeobachtungen und simulationsgestützte Lernangebote in Zusammenarbeit mit der HafenCity Universität Hamburg sowie einen breiteren internationalen Austausch. Dabei handelt es sich um Bestandteile der angekündigten Weiterentwicklung des Programms, nicht um eine bestätigte Bilanz bereits durchgeführter Veranstaltungen oder zusätzlich erreichter Schülerinnen und Schüler.
In derselben Mitteilung erklärte der Veranstalter, weitere Partnerschaften und Fördermittel anzustreben, um das Programm auf zusätzliche Hamburger Schulen auszuweiten. Außerdem wurde Engagement Global als neuer Förderpartner genannt, der Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) einsetzt. Eine abschließende Zahl teilnehmender Schulen oder ein detaillierter Zeitplan für die zusätzlichen Aktivitäten wurde nicht angegeben.
Der Bildungsschwerpunkt steht in Verbindung mit SDG 4, dem Ziel für hochwertige Bildung. Unterziel 4.7 des Zielrahmens der Vereinten Nationen betrifft Kenntnisse und Fähigkeiten für nachhaltige Entwicklung, darunter Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt. Das Lernen im Wald und der Austausch der Perspektiven junger Menschen lassen sich diesem Themenfeld zuordnen. Die angeführten Projektberichte messen jedoch keine Fortschritte im Hinblick auf dieses Unterziel.
Die veröffentlichten Informationen dokumentieren eine abgeschlossene Pilotveranstaltung, Jugendfilme und eine angekündigte nächste Phase. SDW Hamburg nennt vertieftes Wissen über Wälder, Medienkompetenz und Umweltengagement als Ziele. Auch bei der Weiterentwicklung des Programms sind diese Ziele von nachgewiesenen Ergebnissen zu unterscheiden: Die Aktivitäten sind dokumentiert, ihre langfristigen Auswirkungen auf die Teilnehmenden werden in den angeführten Projektberichten jedoch nicht quantifiziert.
Von einem Menschen verfasst, mit KI-Unterstützung redigiert.
Weitere Informationen
SDW Hamburg, Projektseite zu Wälder ohne Grenzen. Beschreibt die Konzeption der Pilotphase, Lernmaterialien, Filmarbeit, Papierschöpfen und Beiträge der Alumni.
SDW Hamburg, Bericht zur Abschlussveranstaltung der Pilotphase vom 26. Januar 2026. Dokumentiert die Veranstaltung am 16. Januar, die Drehorte in Hamburger Wäldern und die Vorführung der internationalen Beiträge.
SDW Hamburg, Ankündigung der Programmerweiterung vom 19. Mai 2026. Beschreibt die für die nächste Phase vorgesehenen Aktivitäten und die fortlaufenden Bemühungen um Partnerschaften und Fördermittel.
SDW Hamburg, Überblick zur International Sustainability Academy. Erläutert die Geschichte des Stipendienprogramms, den Förderzeitraum und die fortlaufenden Alumni-Aktivitäten.
Statistikabteilung der Vereinten Nationen, Metadatenverzeichnis der SDG-Indikatoren. Enthält den Wortlaut von Ziel 4, Unterziel 4.7 und dem zugehörigen Indikator zu Bildung für nachhaltige Entwicklung und Weltbürgerschaft.


