Gestalter der globalen Zivilgesellschaft kommen in Tarifa zusammen, um neue Rahmenwerke für globale Zusammenarbeit voranzubringen
- GSI

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Vom 12. bis 18. Januar 2026 trafen sich zivilgesellschaftliche Führungspersönlichkeiten aus mehreren Weltregionen am Global Society Institute Tarifa (GSI Tarifa) in Spanien zu einem fokussierten Austausch, der darauf abzielte, die Zusammenarbeit innerhalb der globalisierten Zivilgesellschaft zu stärken. Das Treffen fand vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, wachsender Polarisierung sowie steigenden Drucks auf zivilgesellschaftliche Akteure in vielen Teilen der Welt statt.
Das Treffen brachte Personen zusammen, die aufgrund ihrer regionalen Erfahrung ausgewählt wurden und kontextbezogenes Wissen aus Afrika, Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten, Lateinamerika und Südasien einbringen konnten. Die Teilnehmenden kamen nicht als formelle Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, sondern als vertrauenswürdige Beitragende, deren Aufgabe es war, regionale Perspektiven in ein gemeinsames globales Gespräch einzubringen.
Zweck und Kontext
Zentrales Ziel des Treffens in Tarifa war es, mehr Kohärenz unter Führungspersönlichkeiten der globalen Zivilgesellschaft aufzubauen und gemeinsame Grundlagen für künftige Zusammenarbeit zu schaffen. Die Gespräche waren von der Erkenntnis geleitet, dass die Zivilgesellschaft weltweit stärker fragmentiert, während sie zugleich mit sich überlagernden Herausforderungen konfrontiert ist – darunter schrumpfender zivilgesellschaftlicher Handlungsspielraum, abnehmendes Vertrauen in Institutionen, politische Polarisierung sowie anhaltender sozialer und ökologischer Druck.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass bestehende institutionelle Mechanismen häufig nicht ausreichen, um der Komplexität der heutigen globalen Herausforderungen gerecht zu werden. Daher konzentrierte sich das Treffen auf die Entwicklung kooperativer Ansätze, die sich an unterschiedliche kulturelle und politische Kontexte anpassen lassen.
Die globale Gesellschaft verstehen
Ein wichtiger Bezugspunkt der Diskussionen war das Konzept der global society. Die global society ist keine Gruppe, keine Organisation und kein Netzwerk. Vielmehr beschreibt sie die bereits existierende, globalisierte Zivilgesellschaft: Menschen, Initiativen und Gemeinschaften weltweit, die aus ähnlichen Werten und Orientierungen heraus handeln – oft ohne direkte Koordination.
Die Teilnehmenden arbeiteten daran, gemeinsame Sprache und Prinzipien weiter zu schärfen, um diese globale Abstimmung sichtbarer zu machen und sie in der Praxis besser anwendbar zu gestalten.
Zentrale Diskussionen
Während des Treffens führten die Führungspersönlichkeiten strukturierte Austausche zu mehreren Kernthemen:
• Etablierung eines gemeinsamen globalen Konsenses und einer langfristigen Orientierung für Zusammenarbeit.
• Ausbalancieren regionaler Unterschiede mit globaler Abstimmung.
• Identifizierung wiederkehrender Herausforderungen, denen sich die Zivilgesellschaft in verschiedenen Regionen gegenübersieht.
• Stärkung von Vertrauen und gegenseitiger Anerkennung unter Führungspersönlichkeiten, die in unterschiedlichen Kontexten arbeiten.
• Entwicklung innovativer, nicht-hierarchischer Formen der Koordination, die organisch skalieren können.
Regionale Beiträge betonten sowohl spezifische lokale Bedingungen als auch wiederkehrende globale Muster und unterstrichen damit die Notwendigkeit von Ansätzen, die kontextuelle Sensibilität mit gemeinsamer Ausrichtung verbinden.
Ergebnisse
Bis zum Ende des Treffens in Tarifa hatten die Teilnehmenden:
• Grundlegende Prinzipien vereinbart, die die künftige Zusammenarbeit innerhalb der global society leiten sollen.
• Arbeitsbeziehungen und gegenseitiges Verständnis über Regionen hinweg gestärkt.
• Prioritätsbereiche identifiziert, in denen koordinierte Maßnahmen und Wissensaustausch erforderlich sind.
• Eine gemeinsame Basis geschaffen, um weitere Führungspersönlichkeiten in unterschiedlichen Regionen einzubinden.
Anstatt eine formale Initiative zu starten, betonten die Teilnehmenden die Bedeutung, die in Tarifa entwickelten gemeinsamen Grundlagen in regionale Kontexte zu übertragen. Als nächster Schritt ist vereinbart, dass die Teilnehmenden die Arbeit lokal fortsetzen, indem sie zusätzliche Führungspersönlichkeiten einbinden, die gemeinsame Sprache und Prinzipien in der Praxis verankern und entstehende regionale Bemühungen durch kontinuierlichen Austausch miteinander verbinden.
Einbindung der Gemeinschaft
Das Treffen umfasste zudem eine Podiumsdiskussion mit Jugendlichen aus Tarifa und ermöglichte einen direkten Dialog zwischen den Teilnehmenden und jüngeren Mitgliedern der lokalen Gemeinschaft. Die Sitzung behandelte die Ergebnisse des Treffens, die Mobilisierung junger Menschen für Engagement sowie die Bedeutung, globale Zusammenarbeit in lokalen Realitäten und im generationenübergreifenden Austausch zu verankern.

Ausblick
Das Treffen in Tarifa markierte eine Konsolidierungsphase in der Entwicklung der globalen Zivilgesellschaft. Es trug zu einer klareren globalen Abstimmung unter zivilgesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten bei und legte praktische Grundlagen für eine fortgesetzte Zusammenarbeit über Regionen hinweg.
Mit der Rückkehr der Teilnehmenden in ihre jeweiligen Kontexte wird erwartet, dass die Ergebnisse des Treffens regionale Initiativen informieren und das schrittweise Entstehen einer stärkeren und kohärenteren Zusammenarbeit innerhalb der globalisierten Zivilgesellschaft unterstützen.


